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KULTURRIESE-Förderpreis

Der »KULTURRIESE – Förderpreis der Soziokultur in Thüringen« wird seit dem Jahr 2008 jährlich an herausragende Beispiele soziokultureller Praxis verliehen und ist mit 1.111,11 Euro dotiert. Stifterin ist die LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Mit der Verleihung des KULTURRIESEN zeichnet die LAG Projekte, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen aus, die sich durch ein vorbildliches Engagement oder besondere Leistungen in der Soziokultur und ihren Randbereichen in Thüringen hervorgehoben haben. Nicht zuletzt, um das Bewusstsein für Kultur und deren gesellschaftliche Bedeutung zu schärfen und die oft lokal verankerten Projekte und Akteure vor einer breiteren Öffentlichkeit zu würdigen. Die Entscheidung über den Preisträger trifft eine fachkundige und unabhängige Jury, die vom Vorstand der LAG Soziokultur einberufen wird.

Bewerbung

Für den Förderpreis können sich Organisationen in freier Trägerschaft, Kulturinitiativen oder Einzelpersonen bewerben – oder können von anderen vorgeschlagen werden. Sie sollten ihren Sitz in Thüringen haben, sich im Praxisfeld der Soziokultur engagieren und auf besondere Weise Menschen im Kulturbereich anregen. Eine Mitgliedschaft in der LAG Soziokultur ist keine Bedingung. Aus allen Einsendungen werden von einer unabhängigen Jury sieben Bewerber nominiert, aus denen anschließend der KULTURRIESE gewählt wird. Alle Nominierten erhalten einen Anerkennungspreis. Die Preisverleihung findet am 1. Dezember, 19 Uhr im Kulturcafé Franz Mehlhose in Erfurt statt.

Für die Bewerbung bitte nur unser Formular benutzen. Das ausgefüllte Formular und etwaige Anhänge sind ausschließlich in digital Form bis zum 15. August 2016 zu richten an: kulturriese@soziokultur-thueringen.de.

Für weitere Informationen und Rückfragen können Sie sich an die Geschäftsstelle der LAG Soziokultur Thüringen wenden (Tel. 0361 7525872).

Bewerbungsformular herunterladen

Sieger 2015: Vertreter des PAF e.V. präsentieren zur Preisverleihung die KulturRiese-Wanderskulptur // Foto: LAG Soziokultur Thüringen / Boris Hajdukovic
Sieger 2015: Vertreter des PAF e.V. präsentieren zur Preisverleihung die KulturRiese-Wanderskulptur // Foto: LAG Soziokultur Thüringen / Boris Hajdukovic

Der PAF – Pößneck Alternativer Freiraum e.V. erhält 2015 den KULTURRIESEN. Damit wird er für sein überdurchschnittlich vielfältiges kulturelles und gesellschaftspolitisches Engagement sowie für den Aufbau eines alternativen Jugend- und Kulturzentrums in der ostthüringischen Kleinstadt gewürdigt.

Knapp einhundert Kulturschaffende und Vertreter aus Politik und Verwaltung aus ganz Thüringen waren am 13. November 2015 ins Kulturcafé Franz Mehlhose nach Erfurt gekommen, um bei der Preisverleihung des KULTURRIESEN dabei zu sein. Aus den insgesamt 31 Bewerbungen hatte eine unabhängige Fachjury sieben Vereine und Initiativen für den Förderpreis nominiert.

Mit dem PAF – Pößneck Alternativer Freiraum e.V. überzeugte einer der Nominierten die Jury besonders und bewog sie zu einem eindeutigen Votum. Dem PAF sei es laut Jury gelungen, mit dem Aufbau eines Jugend- und Kulturzentrums in der Innenstadt von Pößneck einen Freiraum für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen und ihnen damit eine Perspektive in einer von Abwanderung betroffenen ländlichen Region zu eröffnen. Hierbei beeindruckte insbesondere die Vielfalt der Vereinsaktivitäten, sowohl im kulturellen als auch im gesellschaftspolitischen Bereich: angefangen bei den regelmäßigen Lesungen auf dem „roten Sofa“, über die Bewirtschaftung des Gemeinschaftsgartens und den Betrieb einer „Volksküche“ bis hin zur Initiierung der „Stolpersteine in Pößneck“ zur Erinnerung an die Opfer des deutschen Faschismus. Mit der Wiederbelebung einer vorher ungenutzten und unsanierten Immobilie als Kulturzentrum in innerstädtischer Lage sei es dem der Verein gelungen aufzuzeigen, wie mit Leerstand kreativ umgegangen werden kann. „Die Aktivitäten des PAF auf diesen unterschiedlichen Ebenen sind beispielhaft für eine soziokulturelle Praxis“, so die Jury abschließend in ihrer Begründung.

KULTURRIESE-Faltplakat 2015 mit Infos zur allen Nominierten (pdf.-Datei, 3,5 MB)

Fotos von der KULTURRIESE-Preisverleihung 2015

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen e.V. vergab den KulturRiesen 2014 an den Förderverein Zukunftswerkstatt Paul-Gustavus-Haus e.V. (Link: www.gustavushaus-altenburg.de) aus Altenburg. Der Verein wurde für sein vorbildliches Engagement ausgezeichnet, die ehemalige und denkmalgeschützte Malzkaffeerösterei zu einem soziokulturellen Ort zu entwickeln und damit alternative Nutzungsmöglichkeiten für dieses wunderschöne Baudenkmal in zentraler, innerstädtischer Lage aufzuzeigen. Trotz schwieriger Umstände beweisen die Aktiven des Vereins, dass es durch Eigeninitiative, frische und unkonventionelle Ideen und einen intergenerativen Ansatz gelingen kann, das eigene Umfeld aktiv mitzugestalten, identitätsstiftend und imagebildend für die eigene Stadt zu wirken, sowie breite Bevölkerungsschichten einzubeziehen.
Mit Blick auf eine Zeit, wo vor allem im ländlichen Raum immer mehr Kulturorte schließen müssen oder in ihrer Existenz gefährdet sind, lautete das Fazit der Jury am Ende der Vergabesitzung: »Dieses soziokulturelle Engagement ist nicht nur sehr beeindruckend, sondern hat einen echten Vorbildcharakter gerade im ländlichen Raum.«

Alle Bewerber auf einen Blick

Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen e.V. verlieh 2013 den KulturRiesen an den Klanggerüst e.V. aus Erfurt.
Der Verein, der in der ehemaligen Direktorenvilla der Malzfabrik in der Magdeburger Allee 175 in Erfurt sitzt, führt regelmäßig Veranstaltungen durch, bei der sich Nachwuchskünstler einem Publikum präsentieren können. Sie haben sich der Förderung von jungen Künstlern und Musikern verschrieben. Sie stellen zudem ihre Räumlichkeiten für Probe- oder Atelierräume gegen eine geringe Miete zur Verfügung.
All dies stemmen sie über großes ehrenamtliches Engagement. Durch verschiedene Kooperationen und ihre Mitarbeit in Initiaitven zur Weiterentwicklung der Soziokultur in Erfurt bringen sie sich aktiv in ihren Sozialraum und speziell den Erfurter Norden ein.

Foto: Alexander Manhardt für LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: Alexander Manhardt für LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen e.V. erkannte 2012 den KulturRiesen dem Kulturverein Alte Papierfabrik Greiz e.V. zu.
Der Verein wurde für sein unglaublich beharrliches Engagement ausgezeichnet, das ehemalige Industriegelände der Papierfabrik in Greiz zu einem kulturellen Ort umzugestalten. Trotz schwieriger Umstände zeigen die Greizer, dass es auch abseits der Städtekette Erfurt-Weimar-Jena gelingt, durch Eigeninitiative und künstlerische Interventionen das eigene Umfeld aktiv mitzugestalten sowie breite Bevölkerungsschichten einzubeziehen.
»Die Aktivitäten des Vereins richten sich gegen die Tristesse in einer Stadt, die einen Großteil ihrer Einwohner verloren hat und wo vor allem Jugendliche oft keine Perspektive zum Bleiben sehen. Mit dem Erhalt der Industriebrache Papierfabrik ist hier ein idealer Ort für Kunst, Kultur und Kreativität entstanden. Über künstlerische Workshops, Aktionen, Ausstellungen und die Aufbereitung geschichtlicher Dokumente zur Fabrik (unter Einbeziehung von Zeitzeugen) bietet der Verein eine Reihe vielfältiger Angebote zur künstlerischen Entfaltung und Identitätsfindung. Das Besondere ihrer Arbeit ist auch, neue Formen der Kulturarbeit zu integrieren und an lokale Traditionen und Eigenheiten anzupassen.« – so das Fazit der Jury.

Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.

2011 ging der KulturRiese an den Kulturverein schwarzwurzel aus Steinach. Der Verein wurde ausgezeichnet für seine ambitionierte Projektreihe »schwarzwurzel«, ein Kulturprojekt über Heimat, die Ver- und Entwurzelung ihrer Menschen, über vergessene Geschichten einer Landschaft und über den Austausch zwischen den Generationen.
»Mit seinen künstlerischen Methoden und Ausdrucksmöglichkeiten geht der Verein dorthin, wo es sehr sensible gesellschaftliche Brüche, Konflikte, Ängste und Herausforderungen gibt – in die thüringische Kleinstadt Steinach. Über künstlerische Workshops, Vorträge, Aktionen, Ausstellungen und das Volkstheaterstück schwarzwurzel greifen sie gesellschaftliche Entwicklungen auf, suchen nach neuen Handlungswegen, bieten neue Gesprächsangebote und Identität. Das Besondere ihrer Arbeit ist der Transfer aktueller Diskurse und Formen der Kulturarbeit, die sich zumeist in Großstädten etablieren, in kleine Städte und ländliche Gebiete und sie mit lokalen Traditionen und Eigenheiten zu verbinden. Dieses soziokulturelle Engagement ist hat ein echtes gesellschaftsgestaltendes Gewicht« – so die Jury in ihrer Begründung für die Vergabe des Preises.

Foto: Holger John für LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: Holger John für LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Unter den 22 eingereichten Bewerbungen wählte die Jury im Jahr 2010 den Verein caleidospheres e.V. aus Jena als Preisträger des KulturRiesen aus.
Hervorgegangen aus dem Kunstprojekt »Tausend und eine Art« leistet der Verein caleidospheres seit vielen Jahren basisnahe Kulturarbeit, die identitätsstiftend wirkt und das Bewusstsein für Kultur und deren gesellschaftliche Bedeutung schärft. Die Jury würdigte insbesondere das beispielhafte und kontinuierliche Engagement »Kultur mit innovativen und unkonventionellen Methoden praktisch umzusetzen, Kunst für die Bevölkerung begreifbar zu machen und Impulse zu geben, sich selbst einzubringen sowie gemeinsam kreativ-kommunikative Prozesse und kulturelle Orte entstehen zu lassen«.
Trotz des Verlusts der festen Vereinsstätte im Jahr 2009, der »Kulturgüterhalle« am Westbahnhof mit Veranstaltungs- und Proberäumen, Ateliers und Tonstudio, setzt der Verein seine Arbeit nicht minder engagiert an verschiedenen, temporär genutzten Orten fort. Besonders die starke Vernetzung mit anderen Kunst- und Kulturschaffenden und die Funktion als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und den Gästen der Stadt Jena sowie der außerordentlich hohe ehrenamtliche Einsatz der Projektbeteiligten gaben den Ausschlag für die Entscheidung der Jury.

Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Ein Preis war ausgelobt, zwei wurden vergeben. So überzeugten die Jury im Jahr 2009 gleichermaßen der Verein art der stadt e.V. aus Gotha und das Zirkusprojekt Omarillio aus Weimar bei der Wahl des KulturRiesen.
Das Zirkusfestival Omarillio aus Weimar leistet durch seinen partizipativen, multidisziplinären Ansatz beispielgebende soziokulturelle Arbeit und besticht durch seinen modellhaften und höchst zeitgenössischen Charakter. Hervorgegangen aus dem Projekt »Artisten gesucht«, bietet Omarillio Musikern, Artisten und Kunstschaffenden eine offene Bühne, verknüpft neue, multidisziplinäre Kunstformen miteinander, verbindet international, lässt teilhaben und vereint Menschen im gerneinsamen Schaffensprozess.
Der Verein art der stadt e.V. aus Gotha leistet über das Medium Theater hinaus innovative und basisnahe Kulturarbeit, die identitätssiftend wirkt und eine Ausstrahlung auf ganz Thüringen besitzt. Besonders würdigte die Jury das beispielhafte und kontinuierliche Engagement der Mitglieder und Aktiven.

Foto: Michael Radisch für LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: Michael Radisch für LAG Soziokultur Thüringen e.V.

Mit der Vergabe des KulturRiesen an das Projekt hEFt für literatur für stadt und alltag des Erfurter Kulturrausch e.V. wurde im Sommer 2008 in Würdigung eines herausragenden Projektes soziokultureller Arbeit der Grundstein für weitere Auszeichnungen gelegt.
Die Jury überzeugte das außergewöhnlich hohe, ehrenamtliche Engagement und die Tatsache, dass sich das hEFt trotz einer schwierigen finanziellen Situation etablieren konnte. Über das Medium Literatur gibt das etwas andere Stadtmagazin einer breiten Zielgruppe Podium und Medium für künstlerische und kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich Themen. Es ermöglicht darüber hinaus eine Vielfalt an Partizipation und Engagement. In seiner Struktur eines offenen Netzwerkes, das zugleich Chancen und Potenziale authentischer und spartenübergreifender Kulturarbeit verdeutlicht, trägt das Projekt aktiv zur Förderung von Jugend- und Soziokultur bei.

Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Foto: LAG Soziokultur Thüringen e.V.